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Welcher Notruf ist der richtige?

Welcher Notruf ist der richtige?
Ein Blick auf zwei der sechs Arbeitsplätze in der Integrierten Leitstelle Straubing (ILS), an denen Johann Roß und Eva Stäußl gerade mit dem stellvertretenden Leiter Karl Maurus (stehend) Dienst haben und die Notrufe entgegennehmen.(Foto: ih)

Aktion im November: Notrufe für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste


13.11.2010 - Straubing-Bogen.(ih) In der Fußgängerzone wird jemand belästigt, beraubt oder bedroht. In der Familie ist jemand auf der Treppe gestürzt, jemand beobachtet einen Banküberfall oder bei jemanden brennt die Mülltonne oder das Wohnzimmer. In diesen Fällen muss ein Notruf abgesetzt werden. Nur welcher Notruf ist der richtige?
Die Polizei ist grundsätzlich über den Notruf 110 zu erreichen. In ganz Niederbayern läuft diese Nummer zur Polizeieinsatzzentrale im Polizeipräsidium in Straubing in der Wittelsbacherhöhe ein. Der Notruf 112 ist die Nummer der Feuerwehr und gleichzeitig der europaweite Notruf, über den in allen europäischen Ländern Hilfe erreicht werden kann. Bislang waren die Rettungsleitstellen über die Telefon-Nr. 19 222 erreichbar. Diese Telefonnummer hat den Nachteil, dass sie im Gegensatz zu den Notrufnummern 110 und 112 in den Mobilfunknetzen nur mit der Vorwahl der Rettungsleitstelle in der jeweiligen Stadt benutzt werden konnte. Dies war ein Grund, warum in Bayern seit Kurzem Feuerwehr und Rettungsdienst gemeinsam über die Notrufnummer 112 erreichbar sind. Sie werden seit dem 5. Oktober 2010 von einer Leitstelle aus alarmiert und betreut. Hier in der Integrierten Leitstelle (ILS) in Straubing sitzen rund um die Uhr mehrere Mitarbeiter, die an insgesamt sechs Arbeitsplätzen die eingehenden Notrufe für Feuerwehr und Rettungsdienst aus der Stadt Straubing, aus dem Landkreis Straubing-Bogen, aus dem Landkreis Regen und aus dem Landkreis Deggendorf sofort bearbeiten. "Im Bedarfsfall bei schweren Unglücken oder Katastrophenalarmen können wir bis auf dreizehn technisch bestens ausgestattete Arbeitsplätze erweitern" erklärt Karl Maurus, der stellvertretende Leiter der ILS Straubing.
Untereinander vernetzt
Wer sich bei der Notrufnummer einmal vertan hat und aus Versehen statt der 112 die 110 gewählt hat, kann sofort zur gewünschten Stelle weitervermittelt werden, denn alle Leitstellen und Einsatzzentralen sind untereinander vernetzt. "Wir können gar nicht oft genug darauf hinweisen, welches Notrufschema bei einer Alarmierung für die Feuerwehr notwendig ist" betont Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Werner Schmitzer. Hier gelten immer "die fünf W". "Wer" meldet? "Wo" ist es passiert? "Was" ist passiert"? "Wie" viele sind betroffen/verletzt? "Warten" auf Rückfragen oder Anweisungen. "Bei Verkehrsunfällen ist es wichtig mitzuteilen, ob beispielsweise Personen in einem Fahrzeug eingeklemmt sind oder ob Gefahrgut im Spiel ist (orange Schilder). Falls auf den orangen Schildern Zahlen stehen, ist es wichtig diese der Leitstelle durchzugeben" erklärt Schmitzer. Das erleichtert nicht nur die Arbeit für die Mitarbeiter in der ILS, sondern hilft vor allem, dass die schnellstmögliche und für diesen Einsatz optimal ausgerüstete Hilfe spontan zum Unglücksort geschickt wird. Und noch einen Tipp hat der Verbandsvorsitzende parat: "Wenn möglich, weisen Sie Rettungskräfte an der Straße ein, beispielsweise wenn Straßennamen nicht vorhanden oder Hausnummern nur schlecht erkennbar sind oder die Helfer zu einem Hinterhaus geleitet werden müssen".
"Scheuen Sie sich nicht den Notruf zu nutzen und bedenken Sie, dass auch Sie einmal in die Situation kommen können, auf die beherzte Unterstützung von Helfern und Zeugen angewiesen zu sein", erklärt Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Schmitzer abschließend.

Quelle: Straubinger Tagblatt

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