Vom Knistern der Flammen geweckt - Familie konnte sich gerade noch retten
10.03.2011 - Falkenfels / Lkr. Straubing-Bogen. Zu einem erneuten Großbrand , wie bereits am Neujahrstag, kam es in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag (9. auf 10. März 2011) im Ortskern von Falkenfels. Um kurz vor 1 Uhr nachts löste die Rettungsleitstelle die Sirenen der umliegenden Orte aus. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen die Flammen bereits aus dem Dach des Wohnhauses. Die vier Bewohner, Eltern mit ihren beiden jugendlichen Töchtern, konnten sich gerade noch rechtzeitig aus dem brennenden Haus retten.
„Wohnhausbrand in Falkenfels. Menschenleben in Gefahr!“ hieß der Einsatzbefehl für die Rettungskräfte, die von der Integrierten Leitstelle Straubing (ILS) um 0 Uhr 50 über die Sirenen der Orte Falkenfels, Ascha, Gschwendt, Saulburg, Mitterfels, Rattiszell, Steinach und Bogen alarmiert wurden. Obwohl das Wohnhaus bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte voll in Brand stand, konnten sich die Hausbewohner gerade noch rechtzeitig aus dem brennenden Haus retten. Sie mussten aber durch den Rettungsdienst erstversorgt werden und wurden anschließend durch den Notfallhelfer betreut. Der 49jährige Vater wurde mit einer leichten Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Die Mutter der vierköpfigen Familie war durch das Geräusch der knisternden-lodernden Flammen im Außenbereich des Hauses wach geworden und hatte sofort die weiteren Familienmitglieder geweckt, um ins Freie zu flüchten.
Der Brandeinsatz gestaltete sich erneut für den Einsatzleiter als eine Herausforderung. Durch die enge Bebauung und die engen Zufahrten konnten weder die Drehleiter noch die alarmierten Tanklöschfahrzeuge an der Einsatzstelle eingesetzt werden. Glück im Unglück: Die Wasserversorgung konnte über den nahegelegenen Dorfweiher mit insgesamt fünf Pumpen innerhalb kürzester Zeit aufgebaut werden. Mehr als 115 Einsatzkräfte, davon 18 mit schwerem Atemschutz, versuchten den Brand unter Kontrolle zu bringen. „Der ursprüngliche Versuch, durch einen Innenangriff den Brand zu löschen, musste abgebrochen werden, da einstürzende Dachkonstruktionen zu gefährlich wurden“ berichtete Kreisbrandinspektor Manfred Sußbauer. Atemschutzkräfte gelang es, von innen her zum Dachboden vorzurücken. Weitere Kräfte bekämpften den Brand über Steckleitern von allen vier Außenseiten her. „Mit Pickeln haben wir schließlich vier Öffnungen durch die Dachhaut gemacht, damit ein gezielter Angriff auf das lodernde Feuer möglich war“, so Sußbauer. Das beherzte Arbeiten aller Feuerwehrkräfte habe schließlich zum Ziel geführt. In dem am Haus angebauten Carport verbrannten zwei Autos vollständig. Durch den massiven Einsatz von Wasser gelang es der Feuerwehr aber, die benachbarten Gebäude zu schützen, so dass sie durch den Brand nicht beeinträchtigt wurden. Kreisbrandinspektor Manfred Sußbauer, Kreisbrandrat Johann Leidl sowie die Kreisbrandmeister Adolf Irlbeck und Markus Weber unterstützten den Kommandanten Josef Altmann bei seiner Tätigkeit als Einsatzleiter in enger Koordination mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Die Polizei nahm die Ermittlungen zur Brandursache bereits in der Nacht auf. Ersten Vermutungen nach, könnte der Ausgangspunkt des Feuers im Heizraum gewesen sein, wobei sich das Feuer den Weg durch ein zerborstetes Fenster ins Freie, zum Carport und anschließend über zwei Holzbalkone zum Dachstuhl „gesucht“ hat. Nach den ersten Schätzungen der Kripo beläuft sich der Sachschaden auf rund 250.000,-- Euro. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Falkenfels waren noch den ganzen Vormittag mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt.
Verfasser: KFV-Pressereferentin Irmgard Hilmer/Fotos: FF Mitterfels

