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Integrierte Leitstelle soll am 1. Juli 2010 starten

Integrierte Leitstelle soll am 1. Juli 2010 starten
Leiter Gerhard Kleeberger (li.) mit seinem Stellvertreter Karl Maurus
Integrierte Leitstelle soll am 1. Juli 2010 starten
die neue Heimat an der Siemensstraße 21 im Rettungszentrum des Bayerischen Roten Kreuzes

"Sekunden, die im Notfall Leben retten können - Koordination aus einer Hand: Künftig über die 112 zu Rettungsdienst und Feuerwehr"

Es passiert jeden Tag: eine kleine Unaufmerksamkeit, ein falscher Schritt auf der Kellertreppe. Ein älterer Mann verliert den Halt, stürzt die Stufen hinunter. Aufgeweckt vom Gepolter läuft die Ehefrau ins Treppenhaus, und findet dort ihren Mann wimmernd auf dem Fliesenboden liegen. Jetzt muss es schnell gehen. Wie gut, dass sie die Notfallnummern gleich parat hat: 19222 für den Rettungsdienst, 112 für die Feuerwehr und 110 für die Polizei.

Wenn wie geplant am 1. Juli die neue Integrierte Leitstelle (ILS) in Betrieb geht, wird es sogar noch einfacher: Über die Nummer 112 erreicht man ab dann die Feuerwehr, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz also alle nicht-polizeilichen Einsätze, wie Gerhard Kleeberger erklärt. Er ist vor kurzem zum Leiter der künftigen Integrierten Leitstelle ernannt worden.

Insgesamt soll es in Bayern 26 solcher Integrierter Leitstellen geben. Sie werden nach und nach eingerichtet. Den großen Vorteil sieht Kleeberger in der "Koordination aus einer Hand". Zum Beispiel bei einem Brand könne viel schneller und vor allem effektiver gehandelt werden. Wertvolle Sekunden, die unter Umständen Leben retten können.

Der Rettungsdienstbereich umfasst auch künftig die Landkreise Straubing-Bogen, Deggendorf und Regen sowie die kreisfreie Stadt Straubing mit insgesamt 340224 Einwohnern. Sämtliche Einsätze in diesem Bereich werden von Straubing aus koordiniert.

"7000 Anrufe pro Monat über die Nummer 19222"

Für diese verantwortungsvolle Aufgabe ist die Leitstelle rund um die Uhr mit qualifiziertem Personal besetzt. Im Moment ist das Team noch im vierten Stock des Theresien-Centers, Oberer-Thor-Platz, untergebracht. Rund 7000 Anrufe, die über die Nummer 19222 eingehen, nehmen die Mitarbeiter dort im Monat entgegen. Wenn im Juli dann darüber hinaus auch die Feuerwehr-Notrufe bei der Leitstelle eintreffen, wird sich die Zahl der Anrufe deutlich erhöhen.

Mit modernster Technik und Ausstattung soll diese Flut der Notrufe in neuen Räumen bewältigt werden. Dafür werden seit vielen Monaten die Vorbereitungen getroffen: Das 20-köpfige Team, es wurden zwei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, findet die neue Heimat an der Siemensstraße 21 im Rettungszentrum des Bayerischen Roten Kreuzes. Die Büroräume sind bereits fertig, die grobe Elektroinstallation ist abgeschlossen, die Heizung funktioniert. In den nächsten Wochen und Monaten wird die neue Informations- und Kommunikationstechnik eingebaut. "Wir sind die erste Dienststelle in Bayern, die auf dem absolut neuesten technischen Stand ist", erzählt Gerhard Kleeberger. Und auch die Mitarbeiter sind für die neue Aufgabe gerüstet: Da sie bisher nur mit dem medizinischen Part vertraut waren, wurden sie in den vergangenen Monaten entsprechend geschult. Umfangreiche zeitaufwändige Weiterbildungsmaßnahmen wurden absolviert für die Dienststelle bedeutete das eine große Herausforderung.

"Der Rettungsdienst war schon immer mein Leben"

Bei der letzten Versammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung wurde Kleeberger zum Leiter der künftigen ILS offiziell ernannt: "Eine große Ehre" für den 39-Jährigen aus Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau. Schon mit 16 Jahren ist er in die Feuerwehr eingetreten: "Der Rettungsdienst war schon immer mein Leben", erzählt er. Sein Stellvertreter ist Karl Maurus, ebenfalls 39 Jahre alt, aus Haselbach.

Und wer sich jetzt ärgert, weil er sich endlich die Nummer 19222 gemerkt hat und diese ab Juli wieder vergessen soll, kann beruhigt sein: Übergangsweise werden einige Jahre beide Nummern, also sowohl die 112 als auch die 19222 zur Integrierten Leitstelle  und damit zu schneller Hilfe im Notfall führen.

Quelle & Fotos: Straubinger Tagblatt

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