ILS hat Bewährungsprobe bestanden
02.02.2011 - Regen/Straubing. Die Integrierte Leitstelle Straubing (ILS), die Anfang Oktober 2010 in Betrieb ging, hat ihre Bewährungsprobe
als „Zentrum der Lebensrettung“ für die Landkreise Straubing-Bogen,Deggendorf und Regen bestanden.
„Wir sind schneller und effizienter geworden“, resümierte Straubing/Bogener Landrat Alfred Reisinger, Vorsitzender des Rettungszweckverbandes,
bei der Vorstellung der Einsatzzahlen für das vergangene Jahr.
Das Einzugsgebiet des Rettungsdienstbereiches weist in den drei Landkreisen Straubing-Bogen,Deggendorf und Regen eine Fläche von 3100 Quadratkilometer auf
und zählt über 340 000 Einwohner.
Sämtliche Einsätze in diesem Bereich werden seit Oktober von der ILS Straubing koordiniert und geleitet. Rund zwei Millionen Euro wurden für die aufwändige Technik
am neuen Standort investiert. Die ILS ist über Direktleitungen mit zwölf Rettungswachen sowie der Polizeieinsatzzentrale in Straubing verbunden. Der Rettungsdienst und der Krankentransport werden über die Einsatzzentrale vermittelt und mit Fahrzeugen des BRK und des Malteser Hilfsdienstes durchgeführt. Eine weitere wichtige Lenkungsfunktion hat die ILS vor allem auch bei der Bewältigung von Großschadensereignissen. Im „Dienst der Patienten“ stehen an den zwölf Rettungswachen insgesamt 31 Notarzt-, Rettungs-, Krankentransport- sowie Notarzteinsatzfahrzeuge und der Rettungshubschrauber „Christoph 15“, der im vergangenen Jahr allein rund 1500 Einsätze absolvierte, zur Verfügung. Im Landkreis Regen sind Rettungswachen in Regen, Zwiesel und Viechtach angesiedelt.
Seit Oktober 2010 ist die ILS Straubing auch die einzig alarmauslösende Stelle für über 300 Feuerwehren aus den Landkreisen Deggendorf, Regen, Straubing-Bogen
und der Stadt Straubing. Bis zum Jahresende wurden bereits 1037 Alarmierungen für die Feuerwehren durchgeführt, wie der stellvertretende ILS-Leiter Karl Maurus
berichtete. Insgesamt wurden von der ILS im vergangenen Jahr 63181 Einsätze abgearbeitet. Für den Rettungsdienst waren es 49738 Einsätze. Weitere 12363 kamen aus dem Bereich „Anfragen“ dazu. Dabei ging es um Giftnotrufe, um Zahnarztnotdienste, um Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst usw. Das Gesprächsaufkommen liegt bei rund 7500 Telefonaten
proMonat.
„Die Einsatzzahlen sind leicht angestiegen, vor allem bei den Notarzteinsätzen, während die Zahlen bei den Krankentransporten relativ stabil geblieben sind“, erläuterte Maurus.
Zweckverbands-Vorsitzender Landrat Reisinger zeigte sich erfreut darüber, dass die ILS ihre Bewährungsprobe mit Bravour bestanden habe, und dankte vor allem den Mitarbeitern: „Die modernste Technik kann nur genutzt werden, wenn auch gut ausgebildetes
und motiviertes Personal zur Verfügung steht.“ Zweckverbands-Geschäftsführer Alois Lermer räumte ein, dass es bei der neuen Feuerwehr-Alarmplanung zu Anlaufschwierigkeiten und auch zu Beschwerden gekommen sei, wenn Ortsfeuerwehren bei Großschadensereignissen nicht oder verspätet alarmiert worden seien. „Die ILS ist
nicht dafür verantwortlich, welche Feuerwehr zu welchem Einsatz alarmiert wird. Die Alarmplanung läuft über das Landratsamt”, nahm er die Rettungsleitstelle in Schutz. Insgesamt aber, so Lermer, sei die Arbeit der ILS hervorragend angelaufen: „Ich habe mit mehr Problemen gerechnet.“
Aktuell zur Vorstellung der Jahresbilanz gab es für die BRK-Rettungsleitstelle Grund zur Freude:
Abteilungsleiter Andreas Estermeier von der BRK-Landesgeschäftsstelle überreichte die Urkunde für die erneute erfolgreiche Zertifizierung im Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001:2008. Die Rezertifizierung − erstmals war die Rettungsleitstelle 2004 zertifiziert worden − sei ein Beweis der hohen Qualität, so Landrat Reisinger.
Text: W. Schöttl - PNP

