Großeinsatz im Grenzgebiet - In Tschechien gelangte Diesel-Kraftstoff in einen Bach
03.06.2011 Bay. Eisenstein/Železná Ruda. Feuerwehren aus Bayern und Böhmen waren gestern Vormittag gemeinsam im Kampf gegen ausgelaufenen Diesel-Kraftstoff im Großeinsatz. Kurz nach 11 Uhr am Freitag wurde durch die Integrierte Leitstelle Straubing Alarm ausgelöst: In der Nähe von Železná Ruda seien mehrere tausend Liter Diesel in ein Gewässer geraten und flössen von dort in Richtung Großer Regen ab, hieß es. Daraufhin wurden neben der örtlich zuständigen Feuerwehr Bayerisch Eisenstein und der Landkreisführung sämtliche Ölwehreinheiten des Landkreises im Grenzort zusammengezogen. In Absprache mit den Fachbehörden und den Dienststellen aus der Tschechischen Republik wurden an mehreren Stellen auf dem Großen Regen Ölsperren errichtet, um ein Ausbreiten bestmöglich zu verhindern. Auf deutscher Seite wurden in Seebachschleife und Bayerisch Eisenstein Ölsperren eingerichtet, außerdem auf der tschechischen Seite beim Grenzbahnhof und auf dem Eisenbach in Železná Ruda. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren habe dabei einwandfrei funktioniert, versicherten die Einsatzkräfte. Nach Informationen des Polizeipräsidiums Niederbayern war der Einsatz erfolgreich: Nach derzeitigem Stand konnte der Diesel-Kraftstoff noch vor Erreichen der Landesgrenze gestoppt werden. Anhand einer Gewässerprobe durch das Wasserwirtschaftsamt stellte man fest, dass keine Verunreinigung des Großen Regens vorlag. Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Bayerisch Eisenstein, die Feuerwehren Regenhütte, Zwiesel, Regen, Schweinhütt, Bärndorf, Teisnach und Viechtach sowie die Unterstützungsgruppe UGÖEL mit 135 Einsatzkräften. Außerdem waren Fachleute der Umweltbehörde des Landratsamtes Regen, des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, Beamte der Polizeiinspektion Zwiesel, der Bundespolizei und des Zolls vor Ort. Die Einsatzleitung übernahm Kreisbrandrat Hermann Keilhofer zusammen mit dem Kommandanten der Feuerwehr Bayerisch Eisenstein Reinhold Schürer. Kurz vor 14 Uhr war die Arbeit der Feuerwehrler abgeschlossen. Die Ölsperren bleiben bis auf Weiteres vor Ort − hierzu sind die Fachdienststellen in Kontakt mit den zuständigen Dienststellen in der Tschechischen Republik. Laut Polizeipräsidium stammt der Diesel aus einem nicht genehmigten Lager in einer Garage, die zu einer Pension bei Železná Ruda gehört. Offensichtlich wurde am Donnerstagabend beim Befüllen ein Tank beschädigt, weshalb seitdem Diesel ausgetreten ist. Der Kraftstoff gelangte über ein Überflutungsrohr in den nahe gelegenen Bach. Die Menge wurde mittlerweile nach unten korrigiert: Die Polizei geht davon aus, dass etwa 1000 Liter Diesel ins Wasser gelangt sind.
Quelle: PNP

