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Feuerwehr erschüttert vom Kartell - ILS: eine enorme Verbesserung

13.03.2011 - Ruhmannsfelden/Straubing. Das Kartellverfahren gegen Hersteller von Feuerwehrlöschfahrzeugen und die Einführung der Integrierten Leitstelle (ILS) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Straubing waren die zentralen Themen der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Regen gestern Vormittag in der Mehrzweckhalle Ruhmannsfelden. Kreisbrandrat und Verbandsvorsitzender Hermann Keilhofer begrüßte dazu neben Mitgliedern von 72 Ortsfeuerwehren auch Vertreter von ILS, der Polizeiinspektionen Regen, Zwiesel und Viechtach, des BRK, des Technischen Hilfswerkes und der Rettungshundestaffeln Zwiesel und DonauWald. Keilhofer ging in seinem Jahresbericht zunächst auf die gestiegene Zahl der Brandeinsätze seit Inbetriebnahme der ILS am 5. Oktober 2010 ein. Die Zunahme sei vor allem durch Fehlalarme bedingt, die nicht richtig betriebene automatische Brandmeldeanlagen auslösten, erklärte Keilhofer und warnte die Betreiber: „Stoßen wir weiterhin auf taube Ohren, so werde ich in Abstimmung mit der Integrierten Leitstelle eine Abschaltung dieser Anlagen herbeiführen.“
Nichtsdestotrotz bezeichnete Keilhofer die ILS als „enorme Verbesserung für unsere Feuerwehren und damit auch für die Bevölkerung und die vielen Urlaubsgäste“. Dauerhaft sicher funktionieren könne die ILS allerdings nur mit einem zweiten Systemadministrator, da einer allein die Verwaltung des Computersystems nicht bewältigen könne, sagte er in Richtung von Landrat Wölfl, der auch stellvertretender Vorsitzender des zu- ständigen Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehr- Alarmierung ist. Weniger zuversichtlich äußerte sich Keilhofer über die geplante Einführung des Digitalfunks: Seit neun Jahren höre er neue Zeitvorgaben, zuletzt „Einführung bis 2015“, während weder Beschaffung und Zahl der digitalen Endgeräte für die Wehren noch die technischen Details der Alarmierung geklärt seien. Grund für die Verzögerung sei auch, dass an der Einführung interessierte Organisationen öffentlich nicht Flagge zeigten, während sich die Freiwilligen Feuerwehren bei der Bevölkerung die Prügel für die Sendemasten abholten, kritisierte der Kreisbrandrat. Er hatte in punkto Funk aber auch gute Nachrichten für seine Zuhörer: Das Aufrüsten des analogen Funknetzes hin zur Gleichwellentechnik kann voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Als „Erdbeben mit erheblicher zerstörerischer Wirkung auf unserem Feuerwehrkontinent“ bezeichnete Keilhofer das Kartellverfahren gegen drei namhafte Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen und das Ermittlungsverfahren gegen einen vierten Produzenten. Leidtragende seien die Händler an der Basis, die den Vertrauensverlust zu spüren bekämen und die Feuerwehren. „Sind doch die betroffenen Firmen allesamt Marktführer. Nimmt man diese vom Kartellverfahren betroffenen Firmen aus der Bieterliste, so verbleibt nicht mehr viel auf dem Feuerwehrmarkt und die Beschaffung von notwendigen Fahrzeugen und Gerätschaften wird zum Kunststück.“ Bundestagsabgeordneter Ernst Hinsken versprach in seinem Grußwort, sich dafür einzusetzen, dass die verhängten Bußgelder „den Feuerwehren zu Gute kommen, die über den Tisch gezogen worden sind“. Wie die anderen Ehrengäste, der Ruhmannsfeldener Bürgermeister Josef Brunner, Staatsminister Helmut Brunner, Landrat Heinz Wölfl und Feuerwehr- Bezirksverbandsvorsitzender Dieter Schlegl bedankte auch er sich bei den Feuerwehrleuten für ihren ehrenamtlichen Einsatz für den Nächsten. Staatsminister Helmut Brunner und Dieter Schlegl äußerten sich außerdem kritisch zum Thema „Zusammenlegung von Feuerwehren“. Die Auflösung kleinerer Ortsfeuerwehren könne die Motivation einzelner Aktiver senken, sagte Brunner. Schlegl wies darauf hin, dass „Ortsfeuerwehren einen gesetzlichen Bestandsschutz im Feuerwehrgesetz“ genießen und deshalb gar nicht zwangsweise aufgelöst werden könnten.

 

Quelle: PNP / KFV Regen

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