Einheitliche Notrufnummer 112 Realität
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Fachplaner Thomas Schindele (rechts) überreichte dem Leitstellen-Leiter
Gerhard Kleeberger den symbolischen Haustürschlüssel.
Foto: Straubinger Tagblatt
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Innenminister Joachim Herrmann bei feierlicher Segnung der Integrierten Leitstelle
26.10.2010 - Straubing. "Ein paar Tropfen Weihwasser müssen schon sein", sagte Stadtpfarrer Peter König am Ende der feierlichen Segnung der Integrierten Leitstelle. Angesichts der hochempfindlichen Computertechnik hatte er dem Leitstellen-Leiter Gerhard Kleeberger aber versprochen, sehr vorsichtig zu sein. Und das waren dann sowohl die beiden Pfarrer Peter König und Hasso von Winning als auch die zahlreichen Ehrengäste, die bei laufendem Betrieb die Leitstelle besichtigten. Auch Innenminister Joachim Herrmann war von den modernen Einsatzleitplätzen beeindruckt und betonte, dass die einheitliche Notrufnummer 112 ein wichtiger Schritt zur Optimierung der Alarmierungskette sei.
Seit drei Wochen sei die Integrierte Leitstelle (ILS) Straubing nun im Vollbetrieb, sagte Landrat Alfred Reisinger als Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehr-Alarmierung Straubing. Sowohl Rettungsdienst als auch Feuerwehr seien unter der einheitlichen Notrufnummer 112 erreichbar. "Mein Fazit: die ILS hat diese Bewährungszeit bestens bestanden."
Unter den zahlreichen Ehrengästen aus allen Bereichen des Rettungs- und Hilfsdienstes begrüßte Reisinger besonders seine Landratskollegen Christian Bernreiter (Landkreis Deggendorf), Heinz Wölfl (Landkreis Regen) und Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Für das BRK als Betreiber der ILS waren Prinzessin Christa von Thurn und Taxis als Präsidentin und Landesgeschäftsführer Dieter Deinert zur Einweihung gekommen.
Die ILS Straubing sei ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung der einheitlichen Notrufnummer 112 für Rettungsdienst und Feuerwehr in Bayern, betonte Innenminister Herrmann. Die Alarmierung aus einer Hand habe für die Bürger den großen Vorteil, dass er sich nur noch eine Nummer merken müsse: 112. Außerdem sei diese Nummer auch in den Mobilfunknetzen gebühren- und vorwahlfrei erreichbar.
Straubing sei die 17. ILS, die in Bayern in Betrieb gegangen ist. Die restlichen neun sollen so schnell wie möglich folgen. Der Freistaat beteilige sich in erheblichem Umfang an der Einführung der einheitlichen Notrufnummer. Von den rund 69 Millionen Euro, die der Freistaat dafür eingeplant habe, würden zwei Millionen Euro direkt der ILS Straubing zugute kommen.
Weil die Technik nur so gut sein könne wie das Personal, das die Geräte bedient, werde bei den Mitarbeitern der ILS großer Wert auf Aus- und Weiterbildung gelegt, unterstrich Herrmann. Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried sei dafür optimal ausgestattet worden.
"Rettungsdienst ist kein Dienstleistungsmarkt"
BRK-Landesgeschäftsführer Dieter Deinert bedankte sich bei allen Beteiligten für die reibungslose Zusammenarbeit bei der Realisierung der ILS. Alle Mitarbeiter hätten eine hoch spezialisierte Ausbildung absolviert, um die fachlichen und systemtechnischen Anforderungen bewältigen zu können. Die Rettung von Leib und Leben stehe beim BRK immer an vorderster Stelle. Doch dieses System werde von gerichtlichen Verfahren bedroht, in denen gewinnorientierte Privatunternehmen den Rettungsdienst zu einem Dienstleistungsmarkt umwandeln wollen. Innenminister Herrmann habe das BRK in dieser Frage immer unterstützt. "Bitte bleiben Sie bei Ihrer Haltung", bat Deinert auch um künftige Unterstützung.
BRK-Kreisvorsitzender Herbert Ettengruber freute sich darüber, dass die ILS beim BRK ein Zuhause gefunden habe. Oberbürgermeister Markus Pannermayr dankte dem Rettungszweckverband für die Entscheidung für den Standort Straubing. Fachplaner Thomas Schindele überreichte dem Leiter der ILS, Gerhard Kleeberger, einen riesengroßen symbolischen Schlüssel für das neue Zuhause. Pfarrer Peter König und Pfarrer Hasso von Winning erbaten den Segen Gottes für die Leitstelle und deren Mitarbeiter.
Quelle: Straubinger Tagblatt

