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19 Verletzte bei Schwelbrand in Mehrfamilienhaus - Brandstiftung als Ursache

Dramatische Rettungsaktion - Polizeibeamte retten mit "improvisierten Sprungtuch" zwei Kinder

08.07.2009 - Straubing. Ein Feuer im Obergeschoss eines Mehrfamilienwohnhauses in Straubing hat am Mittwochabend 19 Verletzte gefordert. Um 23.10 Uhr ging in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern die Mitteilung ein, dass es im Obergeschoss eines Straubinger Mehrfamilienhauses brenne. 

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte an dem zweistöckigen Wohnblock war das Treppenhaus bereits stark verraucht, so dass einem 29-jährigen Vater und seinen beiden dreijährigen Kindern der Weg aus dem Haus abgeschnitten war. Bei der folgenden dramatischen Rettungsaktion der Beamten der Polizeiinspektion Straubing hatten sich die Polizisten in einer Sekundenentscheidung ein großes Bettlaken von einem Nachbar-Anwohner besorgt und dieses zu viert gespannt. In Absprache mit dem Vater der Kinder ließ dieser dann die beiden nacheinander und vorsichtig vom II. Obergeschoß in die Mitte des Lakens fallen. Die Kinder blieben dabei unverletzt. 

Rauchvergiftungen erlitten allerdings zwei Polizeibeamte, die ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit sofort ins stark verrauchte Treppenhaus stürmten und einen Mann aus seiner Wohnung ins rettende Freie führten. Beide Beamte und auch der Gerettete mussten danach in ein Klinikum eingeliefert werden, die beiden Polizisten wurden am Donnerstag wieder aus dem Klinikum entlassen und stehen bereits wieder für den Dienst zur Verfügung. Noch in der Nacht würdigten am Schanzlweg sowohl Straubings Oberbürgermeister Pannermayr wie auch die Leiterin der Polizeiinspektion Straubing, Polizeioberrätin Annette Lauer, den engagierten, zum Teil auch lebensgefährlichen Einsatz aller Kräfte als vorbildliche Leistung.

Neben starken Einsatzkräften der Straubinger Feuerwehr mit drei Drehleitern und zahlreichen weiteren Fahrzeugen, des Rettungsdienstes samt mehreren Notärzten waren auch sieben - sowohl uniformierte wie auch zivile - Streifenbesatzungen der Polizei am Brandort eingesetzt. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Wohnblock mit sechs Wohnungen, von denen derzeit fünf belegt sind. Insgesamt lebten in dem Haus 25 Personen. Bei dem Schwelbrand, der eine erhebliche Rauchentwicklung nach sich zog und sich im Treppenhaus zu einem richtigen Feuer ausweitete, wurden insgesamt zehn Personen - darunter zwei Polizeibeamte und drei drei- und vierjährige Kinder - verletzt und in Kliniken in Straubing, Deggendorf und Bogen eingeliefert. 

Weitere neun Menschen wurden durch die Rettungsdienste, deren Einsatz ein leitender Notarzt koordinierte, vor Ort behandelt. 

In die Ermittlungen der Straubinger Kriminalpolizei wurde am Donnerstagnachmittag auch ein Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes eingebunden. Der Ermittlungsfachmann untersuchte zusammen mit seinen Straubinger Kollegen die Brandstelle nochmals genau und stellte auch Brandschutt sicher. 

Derzeit bestehen bereits Erkenntnisse, dass es am Abend des Brandes in dem Treppenhaus wohl zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen kam und dabei herumliegender Abfall - ob fahrlässig oder vorsätzlich, ist noch nicht geklärt - entzündet wurde. Eine technische Ursache scheidet aber wohl aus. Die genauen Abläufe sind momentan Gegenstand der Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft.

Der Brandort wurde noch in der Nacht vom Kriminaldauerdienst sichergestellt und versiegelt. Die Bewohner des Hauses wurden bei Nachbarn untergebracht. Wenn die polizeilichen Ermittlungen vor Ort abgeschlossen sind, muss noch geklärt werden, wann und inwieweit das Gebäude wieder bewohnbar ist. 

Der Träger der Wohnungen schätzt den Sachschaden aktuell auf ca. 50.000 Euro.

Quelle: Straubinger Tagblatt

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