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Integrierte Leitstelle alarmiert seit gestern auch die Feuerwehren - Die 112 als einheitliche Notrufnummer

Integrierte Leitstelle alarmiert seit gestern auch die Feuerwehren - Die 112 als einheitliche Notrufnummer
Karl Maurus (l.), stellvertretender Leiter der Integrierten Leitstelle, gibt Helmut Steinbauer, Geschäftsleiter des Zweckverbands Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, Einblick in die hochmoderne Technik, mit der die Disponenten jetzt umgehen.

Weitere Hürde nach Umzug im August genommen – Erster Brand um 10.10 Uhr

Die Rettungsleitstelle ist in eine neue Ära aufgebrochen. Am Tag nach dem Gäubodenvolksfest bezogen die 20 festen Mitarbeiter die neue Integrierte Leitstelle (ILS) im neuen BRK-Gebäude an der Siemensstraße 21. Seither wird der Rettungsdienst von dort aus in den Einsatz geschickt. Gestern wurde die letzte Hürde genommen: Auch die Feuerwehren der Stadt Straubing sowie der Landkreise Straubing-Bogen, Deggendorf und Regen werden von der ILS alarmiert. Damit ist die einheitliche Notrufnummer 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst Realität.
„Um 10 Uhr sind wir in Betrieb gegangen“, bilanziert stellvertretender Leitstellenleiter Karl Maurus den ersten Betriebstag der ILS-Feuerwehralarmierung, „und um 10.10 Uhr hatten wir den ersten Feuerwehralarm, einen kleinen Brand in Deggendorf.“ Es habe alles wie am Schnürchen geklappt. Und vor allem
in professioneller Ruhe. Maurus ist erleichtert, denn ein bisschen Spannung lag dennoch in der Luft – trotz absolvierter Probealarme. Für die Rettungsleitstelle ist die Umstellung schließlich ein gewaltiger Schritt. Es sind nicht nur neue Räume, die erst vor wenigen Wochen bezogen wurden. Die Technik wurde auf neuesten Standard aufgestockt. Und Feuerwehr war für das BRK nun einmal Neuland.
Monatelange Kleinarbeit
Die 20 Mitarbeiter, die im Zwei-Schicht-Betrieb parallel an maximal sechs Plätzen tätig sind, haben vielwöchige Schulungen hinter sich. 15 weitere Mitarbeiter unterstützen die Mannschaft bei Großschadenslagen. In monatelanger Kleinarbeit wurden die Feuerwehr-relevanten Daten ins Computersystem eingelesen, erzählt Maurus. Zwei bis drei Jahre Vorarbeit seien nötig gewesen.
Als Netz und doppelten Boden hat man die Feuerwehr-Verantwortlichen aus den drei Landkreisen und der Stadt Straubing mehrfach an den runden Tisch geholt. Grundsatz bei der Alarmierung sei, im Brandfall die schnellstmöglich verfügbaren Rettungsmittel anzufordern. Das werde zu mehr landkreisübergreifenden Einsätzen als bisher führen, prognostiziert Maurus. Insbesondere auf die Stadt-Feuerwehr könnten aufgrund ihrer Ausstattung mehr Einsätze zukommen. Aber das alles müsse man abwarten.
An Nummer gewöhnen
Am Herzen liegt Karl Maurus und Helmut Steinbauer vom Rettungszweckverband, die einheitliche Notrufnummer 112 publik zu machen. „Keine Sorge“, beruhigt Maurus alle Bürger, „auch die bisherige Notrufnummer 19222 für den Rettungsdienst wird noch in die ILS geleitet. In einer Notlage können Betroffene also nichts falsch machen.“ Denn auch wenn es sich die Verantwortlichen wünschen, dass jeder Bürger die 112 als Notruf für Rettungsdienst und Feuerwehr verinnerlicht, es wird seine Zeit dauern. Der Rettungszweckverband hat, um die Idee unter die Leute zu bringen, eigens 400 000 Flyer drucken lassen, die über die Gemeinden verteilt werden.
Die 112 habe viele Vorteile, wirbt Helmut Steinbauer, Geschäftsleiter vom Zweckverband Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung: „Man braucht weder im Festnetz noch auf Handy eine Vorwahl. Der Anruf ist gebührenfrei. Und man hat bei einem Unfall oder Brand gleich alle Ansprechpartner auf einmal an der Strippe.“ Menschen mit Sprach- oder Hörbehinderung können unter der Notrufnummer 112 ein Notruf- Fax an die Integrierte Leitstelle schicken. Eigentlich war geplant, die ILS bereits im Januar in Betrieb zu nehmen, allerdings hätten sich die Bearbeitung von Förderanträgen und die Hardware-Anlieferung verzögert, erklärt Steinbauer. So wurde es August beziehungsweise Oktober. Aber jetzt ist die Integrierte Leitstelle ganz offensichtlich auf der Zielgeraden. -mon-

Quelle: Straubinger Tagblatt

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