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Integrierte Leitstelle startet Ende August

Integrierte Leitstelle startet Ende August
Die Integrierte Leitstelle (ILS) Straubing wird Ende August ihren Betrieb aufnehmen. Am Freitag fand ein Informationsgespräch in den neuen Büros an der Siemensstraße statt (v.l.): Leitstellenleiter Gerhard Kleeberger, Gerhard Gansl, BRK-Kreisgeschäftsführer Deggendorf, die Landtagsabgeordneten Bernd Sibler und Josef Zellmeier, MdL a.D. Herbert Ettengruber und Jürgen Zschiedrich, BRK-Kreisgeschäftsführer Straubing-Bogen.

03.07.2010 - Straubing. Noch sind die Büros menschenleer, doch schon in wenigen Wochen wird im zweiten Stock des Gebäudes an der Siemensstraße 21 reger Betrieb herrschen: Die Integrierte Leitstelle Straubing soll Ende August mit 20 Mitarbeitern den Dienst aufnehmen. Am Freitag informierten sich die Landtagsabgeordneten Bernd Sibler und Josef Zellmeier sowie MdL a.D. Herbert Ettengruber über den aktuellen Sachstand.

Leitstellenleiter Gerhard Kleeberger sowie BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Zschiedrich und sein Amtskollege aus Deggendorf, Gerhard Gansl, nahmen die Politikergruppe in Empfang, um gemeinsam die neuen Arbeitsräume zu besichtigen.

Die Integrierte Leitstelle (ILS) ist zuständig für Straubing, den Landkreis Straubing-Bogen, den Landkreis Regen und den Landkreis Deggendorf. Von hier aus läuft demnächst die komplette Alarmierung der Feuerwehren und des gesamten Rettungsdienstes. Dazu zählen auch Berg- und Wasserwacht sowie Technisches Hilfswerk.

Ein derart komplexes Projekt kann nicht von heute auf morgen gestemmt werden. „Es war eine Menge Vorarbeit nötig“, verdeutlichte Kleeberger. Vor allem die Dateneingabe sei ein Kraftakt gewesen: Das komplette Alarmierungssystem musste auf die aktuellen Anforderungen zugeschnitten werden. Dazu sei es beispielsweise erforderlich gewesen, alle Details des Feuerwehrbetriebs in den Computer einzugeben und eine komplett neue Datenbank aufzubauen.

Am Dienstag werden diese Daten und die Software des Einsatzleitsystems in Straubing installiert. „Dann schauen wir, ob alles passt.“ Anschließend werden die Mitarbeiter jeweils eine Woche geschult. „Der Großteil war ohnehin bereits sieben Wochen lang auf Schulung, denn alle Mitarbeiter der Leitstellen in Bayern müssen auf den gleichen Stand gebracht werden“, erklärte Kleeberger.

Die Schulungen laufen bis zum Gäubodenvolksfest, danach folgt die Feinabstimmung der Technik, und dann wird es ernst. „Ende August legen wird los“, so Kleeberger. Sechs Wochen lang laufe ein Probebetrieb, der sich nur auf den Rettungsdienst konzentriere. Ab Oktober würden auch die Feuerwehralarmierungen übernommen.

Einheitlicher Notruf „112

Konkret heißt das: Es gilt die einheitliche Notrufnummer „112“ für Feuerwehr und Rettungsdienst. Wer diese Nummer im Zuständigkeitsbereich der ILS Straubing anwählt, landet bei einem Mitarbeiter im Büro an der Siemensstraße. Auch die bisher bekannte Notrufnummer „19222“ für den Rettungsdienst wird noch dorthin geleitet – in einer Notlage können die Betroffenen also nichts verkehrt machen.

Wie technisiert die Alarmierung ablaufen wird, erläuterte Kleeberber anhand eines konkreten Beispiels:

Ein Mitarbeiter hat einen Anrufer in der Leitung, der einen Brand meldet. „Zunächst muss die Größe des Brandes eingeschätzt und abgeklärt werden, ob es eventuell Personenschaden gibt.“ Der ILS Mitarbeiter tippt seine Einschätzung in den Computer. Anhand dieser Daten schlägt der Computer passend ausgestattete Feuerwehrfahrzeuge und den nächsten freien Rettungswagen vor – natürlich in Sekundenschnelle.

Der ILS-Mitarbeiter alarmiert die vorgeschlagenen Kräfte und verfolgt das Einsatzgeschehen, um sich eventuell um Nachschub von Geräten und Personal zu kümmern. Zur Unterstützung bei größeren Einsätzen wird laut Kleeberger in jedem Landkreis noch eine Kreiseinsatzzentrale der Feuerwehr gebildet.

BRK als Träger

Herbert Ettengruber begleitete als langjähriger Vorsitzender des BRK-Kreisverbands maßgeblich den Weg der Integrierten Leitstelle. Untergebracht ist sie im neuen Rettungs- und Sozialzentrum, das der BRK-Kreisverband für 3,3 Millionen Euro aus Eigenmitteln bauen ließ. Die technische Ausstattung der ILS wird hingegen vom BRK-Landesverband übernommen.

Bernd Sibler, der auch BRK-Vizepräsident ist, freut sich besonders darüber, dass die Integrierte Leitstelle unter Trägerschaft des BRK läuft. Nicht zuletzt habe Straubing damit eine bedeutende Einrichtung erhalten. Und Josef Zellmeier zeigte sich vor allem von dem modernen Stand der Technik beeindruckt. Er verwies darauf, dass die „112“ auch vom Handy aus ohne Vorwahl angerufen werden könne.

Insgesamt rechnet Kleeberger mit einer Erhöhung des Einsatzaufkommens von etwa zehn Prozent im Vergleich zur jetzigen Leitstelle. 800 Fahrzeuge werden die Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle dann verwalten. Zu den bisher rund 100 Rettungsdienstfahrzeugen kommen noch 700 Fahrzeuge von THW und Feuerwehr. - ola -

Quelle: Straubinger Tagblatt

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